Mit
freundlicher Unterstützung
VERLAG FÜR AMERIKANISTIK, 25931 Wyk auf Foehr
Unter Verwendung von Textauszügen aus:
Horst Dippel, GESCHICHTE DER USA - Verlag C.H. BECK •Reihe WISSEN•
Z e i t t a f e l
1860
6.
November: |
|
Wahl
Abraham Lincolns zum Präsidenten |
1861
4.
März: |
|
Einführung
Lincolns ins Präsidentenamt |
29.
März: |
|
Lincoln
befiehlt die Vorbereitung der Hilfsexpedition für Fort Sumter |
12.-13.
April: |
|
Beschießung
und Kapitulation des Forts Sumter |
15.
April: |
|
Lincoln
erklärt den Ausnahmezustand und ruft 75.000 Mann zu den Milizen |
19.
April: |
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Lincoln
verkündet die Blockade der Südküste der USA |
Juni-Juli: |
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Politische
und militärische Manöver, die die Kontrolle der Union
über West-Virginia sichern sollen |
21.
Juli: |
|
Sieg
der Konföderierten bei der ersten Schlacht am Bull Run |
27.
Juli: |
|
McClellan
übernimmt das Kommando über die Unionsstreitkräfte
rund um Washington |
10.
August: |
|
Sieg
der Konföderierten am Wilsons Creek (Missouri) |
29.
August: |
|
Erfolg
der Union am Hatteras Inlet an der Küste Nort Carolinas |
1.
November: |
|
McClellan
wird Oberbefehlshaber über die Unionsarmee |
7.
November: |
|
Einnahme
von Port Royal an der Küste von South Carolina durch die
Unionisten |
20.
Dezember: |
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Schaffung
des Vereinigten Komitees zur Führung des Krieges |
1862
15.
Januar: |
|
Stanton
wird Kriegsminister |
6.
Februar: |
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Einnahme
des Forts Henry am Tennessee River durch die Unionisten |
8.
Februar: |
|
Erfolg
der Union bei Roanoke Island (North Carolina) |
16.
Februar: |
|
Übergabe
des Forts Donelson durch die Konföderierten an Grant |
25.
Februar: |
|
Räumung
Nashvilles durch die Konföderierten |
7.-8.
März: |
|
Sieg
der Union am Pea Ridge (Elkhorn Tavern) (Arkansas) |
8.-9.
März: |
|
Panzerschiff
Virginia gegen Monitor bei Hampton Roads |
17.
März bis 2. April: |
|
Bewegung
von McClellans Armee zur Virginia-Halbinsel |
4.-5.
April: |
|
McClellan
belagert Yorktown |
6.-7.
April: |
|
Grant
verwandelt eine drohende Niederlage bei Shiloh in einen Unionssieg |
24.-25.
April: |
|
New
Orleans kapituliert vor Admiral Farragut |
8.-9.
Mai: |
|
Jacksons
Feldzug ins Schenandoah-Tal |
31.
März bis 1. Juni: |
|
Schlacht
von Seven Pines (Fair Oaks) bei Richmond. Lee übernimmt den
Befehl über die Nordvirginia-Armee |
6.
Juni: |
|
Räumung
von Memphis durch die Konföderierten |
26.
Juni: |
|
Schaffung
der Virginia-Armee unter John Pope |
26.
Juni bis 2. Juli: |
|
Lee
drängt McClellan in der Sieben-Tage-Schlacht von Richmond
zurück |
Juni-Juli: |
|
Misserfolg
der Marineoperationen der Union gegen Vicksburg |
11.
Juli: |
|
Ernennung
Hallecks zum Oberbefehlshaber der Unionsarmeen |
17.
Juli: |
|
Zweiter
Confiscation Act |
22.
Juli: |
|
Lincoln
verliest vor dem Kabinett den Entwurf der Befreiungsprolkamation |
3.
August: |
|
Entscheidung;
McClellan die Virginia-Halbinsel räumen zu lassen |
27.-28.
August: |
|
Beginn
der Invasion der Konföderierten in Kentucky |
29.-30.
August: |
|
Sieg
der Konföderierten in der zweiten Schlacht am Bull Run |
2.
September: |
|
McClellan
erhält das Kommando über die Vorbereitungen zum Schutz
Washingtons |
4.-6.
September: |
|
Lee
marschiert in Maryland ein |
17.
September: |
|
Schlacht
am Antietam Creek, danach Rückzug Lees nach Virginia |
19.
September: |
|
Defensivsieg
der Union bei Iuka (Mississippi) |
22.
September: |
|
Veröffentlichung
der ersten Befreiungsproklamation |
3.-4.
Oktober: |
|
Defensivsieg
der Union bei Corinth (Mississippi) |
8.
Oktober: |
|
Schlacht
von Perryville (Kentucky), danach Rückzug der CSA-Armee unter
Bragg |
7.
November: |
|
Entlassung
McClellans. Burnside wird Befehlshaber der Potomac-Armee |
November-Dezember: |
|
Misserfolg
bei Grants Vorstoß auf dem Landweg auf Vicksburg |
13.
Dezember: |
|
Lee
schlägt Burnside bei Fredericksburg |
16.-20.
Dezember: |
|
Kabinettskrise.
Lincoln beläßt Seward und Chase auf ihren Posten |
27.-29.
Dezember: |
|
Niederlage
Shermans bei Chickasaw Bluffs in der Nähe von Vicksburg |
31.
Dez. bis 3. Januar: |
|
Schlacht
von Murfreesboro (Stones River), danach Rückzug der CSA-Truppen
unter Bragg |
1863
1.
Januar: |
|
Zweite
Befreiungsproklamation |
25.
Januar: |
|
Ersetzung
Burnsides als Befehlshaber der Potomac-Armee durch Hooker |
Februar-April: |
|
Grants
erfolglose Versuche, nach Vicksburg hineinzugelangen |
16.-17.
April: |
|
Porters
Kanonenboote passieren die Batterien von Vicksburg |
30.
April bis 6. Mai: |
|
Lee
vertreibt Hooker bei Chancellorsville |
1.-18.
Mai: |
|
Erfolgreicher
Feldzug Grants in Mississippi. Einschließung Pempertons
in Vicksburg |
10.
Mai: |
|
Tod
»Stonewall« Jacksons |
3.
Juni: |
|
Beginn
von Lees Vormarsch nach Norden |
26.-27.
Juni: |
|
Rosecrans
drängt die Konföderierten unter Bragg auf Chattanooga
zurück |
28.
Juni: |
|
Ersetzung
Hookers als Befehlshaber der Potomac-Armee durch Meade |
1.-3.
Juli: |
|
Sieg
der Union bei Gettysburg |
4.
Juli: |
|
Vicksburg
kapituliert vor Grant |
8.
Juli: |
|
Die
Konföderierten übergeben Port Hudson am Mississippi |
13.-14.
Juli: |
|
Rückzug
Lees über den Potomac nach Virginia |
20.
Juli: |
|
Rosecrans
beginnt seine Truppen in der südlichen Umgebung von Chattanooga
zu bewegen |
19.-20.September: |
|
Niederlage
Rosecrans durch Bragg am Chickamauga |
17.
Oktober: |
|
Grant
wird Oberkommandierender der Unionstruppen im Westen |
28. Oktober: |
|
Entsetzung
der in Chattanooga belagerten Unionstruppen. Unionssieg bei Chattanooga |
1864
8.
März: |
|
Niederlage
der Unionstruppen bei Mansfield (Sabine Cross Roads) (Louisiana).
Danach Aufgabe der Expedition zum Red River |
9.
März: |
|
Grant
wird Oberbefehlshaber der Unionsstreitkräfte |
12.
März: |
|
Forrest
nimmt Fort Pillow (Tennessee) ein |
4.
Mai: |
|
Beginn
einer großen Offensive der Union in Virginia und Georgia |
5.-6.
Mai: |
|
Schlacht
in der Wildnis |
8.-21.
Mai: |
|
Kämpfe
bei Spotsylvania Court House |
25.-29.
Mai: |
|
Schlacht
zwischen Sherman und Joseph E. Johnston rund um die New-Hope-Kirche
(Georgia) |
1.-3.
Juni: |
|
Schlacht
von Cold Harbot |
14.-16.
Juni: |
|
Grant
verlegt seine Kräfte südlich des James River |
15.-18.
Juni: |
|
Misserfolg
der Angriffe auf Petersburg; Beginn der neun Monate dauernden
Belagerung |
27.
Juni: |
|
Niederlage
Shermans am Kennesaw Mountain |
11.
Juli: |
|
CSA-Streitmacht
unter Jubal A. Early erreicht die Umgebung Washingtons |
17.
Juli: |
|
Ersetzung
Johnstons als Befehlshaber der CSA-Truppen in Atlanta durch Hood |
20.-28.
Juli: |
|
Kämpfe
rund um Atlanta |
2.
September: |
|
Sherman
nimmt Atlanta ein |
19.-22.
September: |
|
Sheridan
siegt am Openquon Creek und am Fishers Hill im Shenandoah-Tal |
23.
September: |
|
Unionssieg
über Sterling Price bei Westport (Missouri) beendet die bedeutenden
Kampfhandlungen westlich von Mississippi |
8.
November: |
|
Lincolns
Wiederwahl zum Präsidenten |
15.-16.
November: |
|
Beginn
von Shermans Marsch von Atlanta an die Atlantikküste |
30.
November: |
|
Niederlage
der Konföderierten unter Hood bei Franklin (Tennessee) |
15.-16.
Dezember: |
|
Thomas
schlägt bei Franklin (Tennessee) die CSA-Truppen unter Hood |
21.
Dezember: |
|
Kapitulation
der Hafenstadt Savannah vor Sherman |
1865
15.
Januar: |
|
Unionsverbände
nehmen Fort Fisher (North Carolina) ein |
31.
Januar: |
|
Der
Kongress verabschiedet den 13. Zusatzartikel zur Verfassung, der
die Sklaverei aufhebt |
1.
Februar: |
|
Beginn
von Shermans Marsch durch North Carolina und South Carolina |
17.
Februar: |
|
Columbia
(South Carolina) geht in Flammen auf. Die Konföderierten
räumen Charleston |
4.
März: |
|
Lincolns
zweite Amtseinführung |
21.-23.
März: |
|
Sherman
beendet seinen Marsch und schließt sich Schofields Streitkräften
in North Carolina an |
30.-31.
März: |
|
Beginn
von Grants abschließendem Angriff in Virginia |
2.
April: |
|
Fall
Petersburg |
3.
April: |
|
Fall
Richmonds |
9.
April: |
|
Lee
kapituliert in Appomattox Court House vor Grant |
14.-15.
April: |
|
Attentat
John Wilkes Booths auf Lincoln, der am nächsten Tag seiner
Schußverletzung erliegt |
26.
April: |
|
Joseph
E. Johnston kapituliert in North Carolina |
26.
Mai: |
|
Mit
der Kapitulation Kirby Smiths in der Trans-Mississippi-Region
endet der Krieg formal |
Am
4. November 1865 wurde die letzte Dienstfahne der Konföderierten
Staaten von Amerika für immer eingerollt. Monate, nachdem General
Lee bei Appomatox die Kapitulationsurkunde seiner Armee unterzeichnet
hatte, strich das letzte Kriegsschiff der Südstaaten seine »stars
and bars« - Fahne im Hafen von Liverpool. Englische Marineoffiziere
gingen an Bord der »Shenandoah«, eines 1160 Tonnen Kriegsschiffes,
das noch im Juni des Jahres eine nordamerikanische Walfangflotte in
der Beringstraßedes Arktischen Ozeans aufgebracht und acht Schifffe
verbrannt hatte. Der Krieg zwischen den Nord- undSüdstaaten war
endgültig zu seinem Ende gekommen.
Oder doch nicht ? Fährt man heute durch
Virginia, so sind die Spuren jenes gewaltigen Bruderkrieges der USA
noch immer zu spüren, die Schlachtfelder sind nationale Erinnerungsstätten
und wohlkonservierte Freiluftmuseen geworden, die jedes Jahr Hunderttausende
von Urlaubern anziehen. Blau- und graugekleidete jungen Männer
marschieren Jahr für Jahr auf den Feldwegen von Antietam, durch
die Wälder um Richmond oder durch die Straßen von Fredericksburg
und sprechen von den Ereignissen, den Generälen und Soldaten,
als wäre es erst gestern gewesen. Und in mancher Kleinstadt von
Georgia ist der US-General Sherman und sein Marsch der verbrannten
Erde »von Atlanta zu See« bis heute nicht vergessen. Alte
Männer spucken aus, wenn sie den Namen Sherman erwähnen
und fluchen auf den Norden, auf die in Washington, die Reichen. die
Yankees...
Und
beim Schwarzpulverschießen in Schwäbisch Hall (»good
old Germany«) kann man an jedem ersten Septemberwochenende
Südstaaten-Sympathisanten in originalgetreuen Uniformen treffen,
die genaue Auskunft über die Entstehung und den Leidensweg von
konföderierten Regimentern, wie der 21. Georgia, den »Palmetto
Sharphooters« oder »Barkdales Mississippians«, geben
können - zwar mit fränkischem Dialekt, aber genauer, als
es mancher »echte« Südstaatler vermöchte. Der
amerikanische Bürgerkrieg von 1861-1865 vermag es bis zum heutigen
Tag, das Interesse und die Phantasie anzuregen, und das weit über
die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus: Die Mehrzahl der Schwarzpulverschützen
schießt weltweit mit Waffen, wie sie auf den Schlachtfeldern
von Gettysburg, Chickamauga oder Richmond benutzt wurden. Tausende
von jungen und älteren Enthusiasten sind in Vereinen und Clubs,
welche an die Tradition der Bürgerkriegsarmeen anknüpfen,
und jedes Jahr finden Dutzende von »Reenactments«, unblutig
nachgestellte Schlachten, an den alten Austragungsorten statt - als
lebendiger Geschichtsunterricht, als Reminiszens an die »gute,
alte Zeit«, aus Spaß am Theaterspielen, an Pulverdampf
und Uniformen.
Der
amerikanische Bürgerkrieg war der erste der modernen,
technisch und produktionsmäßig bedingten Materialkriege,
in denen Nachrichtenverbindungen und Eisenbahnlinien ihr Debüt
gaben. Vor Richmond zeichneten sich schon die Stellungskämpfe des
ersten Weltkieges ab, Torpedos und gepanzerterte Kriegsschiffe bestimmten
die Seekriegsführung, das erste Unterseeboot führte einen
erfolgreichen Angriff. Bei den persönlichen Waffen brach die Ära
der Hinterlader und Repetierer an - in einem Krieg wurden drei Generationen
von Waffensystemen parallel zueinander benutzt: Während die Mehrzahl
der Truppen mit gezogenen Minié-Vorderladern ausgerüstet
waren, zeigte sich bereits die Überlegenheit der Hinterlader, die
ihrerseits nur einen kurzen Schritt auf dem Weg zum Repetierer mit Metallpatronen
darstellten.
Letztlich
war der amerikanische Bürgerkrieg auch ein europäischer Konflikt:
In London und Paris rangen Agenten beider Seiten um die Gunst und Unterstützung
der Regierungen. Zehntausende von ausgemusterten preußischen,
englischen und österreichischen Waffen wurden von Nord und Süd
aufgekauft und eingesetzt. Hunderttausende von Europäern, Einwanderer
und Abenteurer kämpften auf beiden Seiten, unter ihnen rund 200.000
Deutsche.
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